{"id":7511,"date":"2022-05-23T09:57:17","date_gmt":"2022-05-23T07:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/websites.fraunhofer.de\/audioblog\/?p=7511"},"modified":"2022-05-23T10:29:44","modified_gmt":"2022-05-23T08:29:44","slug":"social-stage-vr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/social-stage-vr","title":{"rendered":"B\u00fchnen-Shows dank Virtual Reality von zuhause live miterleben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kulturbranche 4.0: TU Chemnitz entwickelt mit Partnerinnen und Partnern eine soziale Virtual-Reality-Anwendung zum gemeinsamen Erleben von Konzerten und Theaterauff\u00fchrungen abseits von TV und Live-Stream<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->B\u00fchnen- Shows, wie Konzerte, Musicals oder Theaterauff\u00fchrungen, sind besondere soziale Erlebnisse. Aber nicht alle Menschen k\u00f6nnen oft und gleicherma\u00dfen in den Genuss derartiger Ereignisse kommen. So besuchen laut statistischen Umfragen etwa nur die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung \u00fcberhaupt Live-Shows und bei dem \u00fcberwiegenden Teil davon, bleibt es bei ein bis zwei Veranstaltungen im Jahr. Nicht nur finanzielle Gr\u00fcnde stehen dem entgegen, sondern vor allem auch mangelnde Zeit, regionale Erreichbarkeit oder auch mobile Einschr\u00e4nkungen. Mit Virtual Reality (VR) soll das Erlebnis von kulturellen Live-Shows nun zum ersten Mal von der B\u00fchne nach Hause gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>VR-Brillen erm\u00f6glichen einen Zugang zu entfernten Umgebungen, so als ob man selbst ein Teil davon ist und schaffen dabei die Illusion eines gemeinsamen Beisammenseins. Diese M\u00f6glichkeiten will das vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt SocialSTAGE-VR an der Technischen Universit\u00e4t Chemnitz nutzen, um Konzerte und andere B\u00fchnen-Shows ortsunabh\u00e4ngig und f\u00fcr alle gleicherma\u00dfen virtuell zug\u00e4nglich zu machen. Der von der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement sowie der Professur Produktionssysteme und -prozesse gef\u00fchrte Projektverbund entwickelt derzeit eine VR-Anwendung, die B\u00fchneninhalte live und dreidimensional in virtuelle Veranstaltungsr\u00e4ume \u00fcbertr\u00e4gt, die von interessierten Personen als Avatare gemeinsam besucht werden k\u00f6nnen. Neben der TU Chemnitz sind das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Integrierte Schaltungen IIS aus Erlangen, Die Etagen GmbH aus Osnabr\u00fcck, die rooom AG aus Jena, die YOUSE GmbH Berlin sowie die point omega AG aus Heidelberg am Forschungsprojekt beteiligt.<\/p>\n<p><strong>Kein Ersatz f\u00fcr reale Veranstaltungen, aber neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Kulturbranche<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die technischen M\u00f6glichkeiten von VR-Events stellen keinen Ersatz f\u00fcr reale Erlebnisse dar und sollen dies auch gar nicht,&#8220; erkl\u00e4rt Frank Dittrich, Mitarbeiter an der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement, der das Projekt initiierte und nun koordiniert. Er f\u00fcgt hinzu: &#8222;Es werden dadurch neue soziale Formate, mit denen kulturelle Inhalte konsumiert werden k\u00f6nnen, geschaffen.&#8220; Im Gegensatz zu g\u00e4ngigen digitalen Formaten, wie einer TV-\u00dcbertragung oder Live-Streaming im Internet, realisiere die VR das Gef\u00fchl eines r\u00e4umlichen Beisammenseins mit anderen \u00f6rtlich entfernten Personen und auch ein gewisses Vor-Ort-Gef\u00fchl. &#8222;Dadurch wird es m\u00f6glich, dass ich beispielsweise mit Freunden aus Australien gemeinsam ein Live-Konzert in den USA besuche und das ganz bequem von Zuhause aus,&#8220; erl\u00e4utert Dittrich. Daraus ergebe sich f\u00fcr die Kulturbranche, die bisher meist auf Regionalit\u00e4t begrenzt sei, pl\u00f6tzlich die M\u00f6glichkeit, ein ortunabh\u00e4ngiges Publikum zu erreichen und auch Personen anzusprechen, die bisher aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht an Live-Shows teilnehmen.<\/p>\n<p><strong>Erste Erprobungsarbeiten beforschen das Gef\u00fchl des gemeinsamen Erlebens<\/strong><\/p>\n<p>In den vergangenen Monaten fanden bereits erste Erprobungen beim Projektpartner Die Etagen GmbH in Osnabr\u00fcck statt. Dort wurde eine lokale Eventlocation digitalisiert und Probeaufnahmen mit stereoskopischen Kamerasystemen umgesetzt. Ziel war es, den Einfluss verschiedener Kameraparameter auf den wahrgenommenen 3D-Effekt zu \u00fcberpr\u00fcfen. Dazu trafen sich die Projektpartnerinnen und -partner mit VR-Brillen von unterschiedlichen Orten aus gemeinsam als Avatare zusammen in einer virtuellen Location.<\/p>\n<p>&#8222;In den n\u00e4chsten Monaten werden wir damit nun erst einmal Studien mit Probandinnen und Probanden im Labor durchf\u00fchren. Ziel wird es sein, das eigene Pr\u00e4senzgef\u00fchl und das Gef\u00fchl der sozialen Pr\u00e4senz zu bewerten. Also f\u00fchle ich mich als Teil der Umgebung und habe ich das Gef\u00fchl, andere Menschen seien Teil dieser Umgebung. Aus den Ergebnissen werden wir Ableitungen f\u00fcr weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten treffen,&#8220; sagt Dittrich.<\/p>\n<p>F\u00fcr die n\u00e4chsten zweieinhalb Jahre hat sich das Projektteam noch viel vorgenommen: So sollen Verfahren entwickelt werden, die das Problem der fehlenden Parallaxe stereoskopischer Videos minimieren, die mit m\u00f6glichst wenig Aufwand gro\u00dfe reale Veranstaltungsr\u00e4ume mittels Photogrammetrie digitalisieren k\u00f6nnen und die Interaktionen zwischen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern auf der realen B\u00fchne und Zuschauenden im virtuellen Raum erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Alle Entwicklungsarbeiten stehen dabei unter der Pr\u00e4misse, praxistaugliche L\u00f6sungen zu erzielen: &#8222;Unser Angebot soll niederschwellig sein und m\u00f6glichst mit einer autarken VR-Brille einem breiten Publikum soziale und kulturelle Teilhabe erm\u00f6glichen,&#8220; sagt Christian Fuchs, Wissenschaftler der Professur Produktionssysteme und -prozesse, der im Projekt vor allem f\u00fcr die Interaktionsgestaltung der virtuellen Avatare untereinander oder mit verschiedenen Gegenst\u00e4nden im virtuellen Veranstaltungsraum verantwortlich ist.<\/p>\n<p><strong>Mit einer assoziierten Partnerschaft von den Projektergebnissen profitieren<\/strong><\/p>\n<p>Im Sinne einer nutzungszentrierten Entwicklung erfolgt sowohl eine enge Einbindung der Konsumentinnen und Konsumenten als auch der K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler in die Gestaltung der VR-Anwendung. So sollen neue Konzepte entwickelt werden, die nicht einfach nur reale Veranstaltungen kopieren, sondern die M\u00f6glichkeiten virtueller Realit\u00e4t nutzen und \u00fcber real-physikalische Grenzen hinaus neue Wege der k\u00fcnstlerischen Umsetzung beschreiten. Neben den gef\u00f6rderten Entwicklungspartnerinnen und -partnern beteiligen sich deshalb weitere assoziierte Partnerinnen und Partner, wie das ZDF, die St\u00e4dtische Theater Chemnitz gGmbH oder die Berliner Popgruppe MIA, am Projekt. Weitere Akteure aus Medien und Kultur k\u00f6nnen sich zudem gern beim Verbund melden und eine assoziierte Partnerschaft eingehen. So sind w\u00e4hrend der Projektlaufzeit regelm\u00e4\u00dfige Informationsveranstaltungen geplant, bei denen Projektergebnisse vorgestellt und mit der Kulturbranche diskutiert werden sollen.<\/p>\n<p><strong>Homepage des Projektes: <\/strong><a href=\"http:\/\/www.socialstagevr.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.socialstagevr.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kulturbranche 4.0: TU Chemnitz entwickelt mit Partnerinnen und Partnern eine soziale Virtual-Reality-Anwendung zum gemeinsamen Erleben von Konzerten und Theaterauff\u00fchrungen abseits von TV und Live-Stream<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7516,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[111,110],"tags":[],"class_list":["post-7511","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-produkte-technologien","category-veranstaltungen-messen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7511"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7511"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7511\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7533,"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7511\/revisions\/7533"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7516"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7511"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7511"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}