{"id":4657,"date":"2019-07-25T13:30:59","date_gmt":"2019-07-25T11:30:59","guid":{"rendered":"https:\/\/websites.fraunhofer.de\/audioblog\/?p=4657"},"modified":"2019-07-25T13:51:55","modified_gmt":"2019-07-25T11:51:55","slug":"informatik-trifft-musikwissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.audioblog.iis.fraunhofer.com\/de\/informatik-trifft-musikwissenschaft","title":{"rendered":"Informatik trifft Musikwissenschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wo sonst k\u00f6nnten die Fachgebiete Informatik und Musikwissenschaft aufeinandertreffen als in der Querschnittsdisziplin der Digital Humanities? Genau dort besch\u00e4ftigen sich Prof. Dr. Meinard M\u00fcller und Dr. Christof Wei\u00df von den <a href=\"https:\/\/www.audiolabs-erlangen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">International Audio Laboratories Erlangen<\/a> mit der informatischen Beantwortung musikwissenschaftlicher Fragen zu den Werken Richard Wagners sowie Ludwig van Beethovens.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am Anfang war es einfach nur Sympathie und spannende Gespr\u00e4che, die Rainer Kleinertz, Professor f\u00fcr Musikwissenschaft an der Universit\u00e4t des Saarlandes, und Meinard M\u00fcller, Professor f\u00fcr Semantische Audiosignalverarbeitung an der Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg, zusammenbrachten. Kleinertz erz\u00e4hlte von der Komplexit\u00e4t gro\u00dfer Musikwerke und der Sisyphusarbeit, harmonische Querbez\u00fcge und relevante Strukturen systematisch aufzusp\u00fcren. M\u00fcller hingegen wusste von Methoden der Signalverarbeitung zu berichten, mit denen Audioaufnahmen automatisch analysiert und extrahierte Strukturen grafisch dargestellt werden k\u00f6nnen. Es lag nahe, dass die beiden ein gemeinsames Forschungsprojekt starteten.<\/p>\n<p>In diesem interdisziplin\u00e4ren Projekt soll nun erprobt werden, ob und wie Methoden der Informatik im Bereich der Musikwissenschaft eingesetzt werden k\u00f6nnen und inwieweit musikwissenschaftliche Fragestellungen zu neuen Herausforderungen in der Informatik f\u00fchren. Neben computerbasierten Methoden und Werkzeugen zur Harmonieanalyse werden neue Visualisierungs- und Navigationskonzepte erforscht, die es erlauben, gro\u00dfe Musikdatenbest\u00e4nde interaktiv nach harmonischen Strukturen zu durchsuchen und zu analysieren.<\/p>\n<p>Die musikwissenschaftliche Relevanz der zu entwickelnden Konzepte soll beispielhaft anhand der Analyse zweier gro\u00dfer Werkzyklen verifiziert werden: den Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven und der Tetralogie \u201eDer Ring des Nibelungen\u201c von Richard Wagner. Anhand der Klaviersonaten wird untersucht, inwieweit bekannte harmonische Strukturen maschinell nachvollzogen und visuell dargestellt werden k\u00f6nnen. Im Ring-Szenario soll auch musikwissenschaftliches Neuland bei der Erforschung bisher verborgener harmonischer Strukturen und Bez\u00fcge betreten werden. Neben Harmonien werden auch musikalische Aspekte wie Motive, Instrumentierung und Auff\u00fchrungspraxis sowie deren Zusammenh\u00e4nge computergest\u00fctzt analysiert.<\/p>\n<p>Das Au\u00dfergew\u00f6hnliche an dem Projekt ist die Interdisziplinarit\u00e4t zwischen Musikwissenschaft und Informatik. Dass zwei so unterschiedliche Forschungsbereiche zusammenkommen ist auch f\u00fcr die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) etwas Besonderes. Bereits zum zweiten Mal in Folge f\u00f6rdert die DFG das Forschungsprojekt &#8222;Computergest\u00fctzte Analyse harmonischer Strukturen&#8220; von Prof. M\u00fcller und Prof. Kleinertz mit mehr als einer halben Million Euro. Damit kann an den AudioLabs f\u00fcr weitere drei Jahre an dem Thema geforscht werden.<\/p>\n<p>Die AudioLabs sind eine gemeinsame Einrichtung des Fraunhofer IIS und der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg (FAU). Das 2008 gegr\u00fcndete Forschungszentrum ist in seiner Mission und seinem internationalen Ansatz weltweit einzigartig: Ein Team von renommierten Wissenschaftlern arbeitet an der Gestaltung der Zukunft der Audio- und Multimediatechnologien in Forschungsbereichen wie Audiocodierung, Audiosignalanalyse und Audiosignalverarbeitung.<\/p>\n<p>Headerbild: \u00a9 Ingo Knopf, KlarText-Preis f\u00fcr Wissen\u00adschafts\u00adkommunikation\/Klaus Tschira Stiftung gGmbH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo sonst k\u00f6nnten die Fachgebiete Informatik und Musikwissenschaft aufeinandertreffen als in der Querschnittsdisziplin der Digital Humanities? 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